Review articles on Hein from GDR dailies and weeklies. (Notes taken in Berliner Stadtsbibliothek, except for Sonntag.) Berliner Zeitung. (Helmut H. Schulz.) Nr. 93 (21.4.83). S. 7. "Schriftsteller ber Schriftsteller: Jedes gelungene Kunstwerk nutzt: Helmut H. Schulz zu Bchern von Brezan und Hein." Cf. of Bild des Vaters & DFF. Both are controversial and subject to various types of readings. Claudia's situation hopeless, but it signals for the reviewer many possible escapes from such a life: "Fr mich signalisiert aber diese Darstellung auch eine ganze Reihe von Auswegen, und es kann nur einer neuen schagewordenen Generation gelingen, genau in diese intimen Lebensbereiche einzublenden und Aufschlsse zu vermitteln." Extreme (hence rare) realism successful here: ". . .das dem Stoff vertraut und ohne Symbolik auskommt. . ." "Nicht die Buchfigur gewinnt Erkenntnis, aber einige Leser werden zu Einsichten kommen." ************** Der Morgen. (Christoph Funke.) Nr. 304 (27.12.1983), s. 4. "Welt aus Spiel und Phantasie." [On Ah Q.] The play as extremely playful, but with consequence: "Spiel und nichts als Spiel findet statt, das nun allerdings mit aller Konsequenz." "In dem Vordergrund treten im Stck die Unw„gbarkeit von Leuten, die von vielen berhrt werden, ohne es zu erfassen, die sich in einem psychischen, geistigen und politischen Schwebezustand befinden, wie auf einem `Geisterschiff' ber die bewegten Meere der Wirklichkeit fahren. Da kann man an Bord gehen oder das Mitreisen verweigen, Pers”nliches, auch beim Zuschauer, ist in ungew”hnlicher Weise herausfordert." *************** Der Morgen. (Christoph Funke.) Nr. 36 (12.-13.2.1983), s. 5. "Monolog einer Žrztin." [On DFF.] [The critical column in which this article appears has a standing head saying "gelesen, beurteilt"!] "Gerade diese Angst aber, das eigene Ich zu erkennen und mit anderen Menschen vorurteilslos zusammenzuleben, macht der virtuose Erz„hler Christoph Hein zum Zwang fr den Leser, sich mit dieser Žrztin auseinanderzusetzen." The grim picture of life in the book is not meant to be accepted, rather it is meant to provoke a reader to form his own opinions. *************** Der Morgen. (Christoph Funke.) Nr. 98 (24.4.1980), s. 4. "Irrlichternder Revolution„r." [On Cromwell.] A right pannin'. Too many questions remain too open in this play -- its treatment of revolutionary history is too trivial, too ambiguous. The minor characters are mere mouthpieces for ideas. The anachronisms are "irritierend". It seems to be particularly offensive that real socialist revolutionaries get mixed up with Nazis and Mafiosi in this particular production. Piece is a "historischen Kreuzwortr„tsel." "Dramatik als Denksportaufgabe -- . . . . Aber ist es wirklich eine Tugend, wenn die Frage, worauf das nun alles hinauswill, gar nicht mehr gestellt werden darf?" [It is interesting how Funke later grows less bothered by Hein's ambiguities.] *************** Berliner Zeitung. (Ernst Schumacher.) Nr. 8 (10.1.1984), s. 7. "Mit sehr viel L„rm zugedacht." [Ah Q review.] Resents the ambiguity of the play -- what is being criticized? which revolution? Does Hein see no better way to conduct one's self than that shown here? Extremely interesting comments in light of the contemporary discussion of DFF -- same complaints exactly. "Heins Parabel l„át also offen, welche Revolution und welche Herrschaftslosigkeit gemeint sind. Im Gegensatz zu Lu Xns Geschichte ist sie nicht auf die realen K„mpfe der Zeit bezogen. Sie beschr„nkt sich viel zu sehr auf die (Nabelschau? Nabelschnur? Nebelschau?) falschen Bewuátseins, verbleibt existentialistischer Befund, statt Auffindigmachung sinnvoller Existenz. Die Auskunft, `keine Botschaft' zu haben, die von der Regie noch betont in Szene gesetzt wird, vermag den Eindruck nicht zu berspielen, daá der Autor selbst keine reale Alternative sieht. Es bleibt bei einem `Warten auf Godot' statt auf die Er”ffnung `Weiterer Aussichten', um auf bekannte Stcktitel anzuspielen. "Wenn dann Alexander Lang als Regisseur dazu an den Drehpunkten auch noch bekannte Titel von Rockgruppen aus der DDR einspielen l„át, so muá das nolens volens eher als Affirmierung an dieser passiven Einstellung zum Leben, das sich in bloáem R„sonieren ersch”pft oder in unntzes Selbsthelfertum ausartet, statt als Kritik daran wirken." ". . .die abgehandelte Widersprchlichkeit ist nicht konkret genug auf die K„mpfe der heutigen Welt beziehbar." BARF BARF BARF BARF **************** Junge Welt. (Ingrid Feix.) Vol. 37 Nr. 126 (31.5.1983), S. 11. "Eine Art, nicht wirklich zu leben: Ein aufregendes und anregendes Gegenwartsbuch." [DFF review.] Uniformly positive, in the usual ways. "Christoph Hein erschrieb eine Figur, der [??] man zun„chst mit „uáerster Zurckhaltung folgt, die spr”de und gefhlsarm wirkt, die einfach anders lebt als man das erwartet und wnscht." [NIce expression of the distress one feels being trapped withing Claudia's life as it unfolds.] The novel provokes us to an Auseinandersetzung with possibilities for living in socialism, etc. ***************** Tribne. (Sybille Eberlein.) Vol. 39. Nr. 60 (25.3.1983), S. 13. "Claudia und kein Anfang." Emphasis on Claudia's resilience: the reviewer finds her totally unsympathetic, yet she keeps showing a readiness to try again to establish relations with other people. Objections to the motivation problem: "Ich habe es sehr bedauert, daá Christoph Hein die immer vollst„ndigere Flucht seiner Heldin aus sozialer Verantwortung nicht ausreichend motiviert, daá ich Henrys Tod hinnehmen muá. Hein begrndet die Zerst”rung einer Jugendfreundschaft mit verunsicherten Eltern und gesellschaftlichen Vers„umnissen. Einfluá darauf, daá die erwachsene Frau sich zunehmend auáerhalb aller sozialen Bindungen sieht, haben sp„ter dann viele individuelle Konfrontationen, die nicht mehr notwendig an die gesellschaftliche Entwicklung gebunden sind. Sie machen die Žrztin immer mehr in einem dem Menschsein entfremdeten Wesen in einem gesellschaftlichen Irgendwo, das es nirgendwo gibt." Suggestion also that Claudia is too easy to distance one's self from. ************** National Zeitung. (Jochen Kaske.) Vol. 36. Nr. 13 (17.1.1983), S. ??? "Der Trend des `Aktualisierens'." [Review of Cromwell und andere Stcke.] Objects to the anachronisms for the usual reason: they reflect badly on the current, sacrosanct revolution. "Eine derartige `Verallgemeinerung' scheint mir allerdings brgerlich-fatalistische Geschichtsbetrachtungsweisen zu bedienen, die vorgeben, 'alles sei schon einmal dagewesen. . ." Objections to Lassalle on the grounds of its (in)accuracy. Schl”tel is a "wahrhaft `ermutigendes' Stck" because it has S. die pointlessly, having been a Don Quixote; after his death, what he fought for is achieved by fiat from above. The reviewer claims not to understand the point!! [Seems a pretty good distillation of Stalinist and post-Stalinist history to me!] Neue Menoza also no good. "Es stimmt schon, der Romancier Hein beherrscht das dramatische Handwerk souver„n. Er schreibt brillante Dialoge und baut theatralisch wirksame Szenen. Aber das allein macht ein Stck noch nicht spielenswert." !!!!! ************* Sonntag. Nr. 15, v. 10.4 (1983). By Klaus Hammer. "`Der  fremde Freund.'" "Der Versuch aber, der eigenen Identit„t zu entfliehen, in die Fremdheit zu schlpfen, ist ebenso unbestritten die andere Seite. Die Frage der Identit„t: Inwieweit kann ich ich selbst sein, ist mir auch gesellschaftlich der Weg geebnet, zu meinen Ich zu finden -- bei Hein verzichtet die Ich-Figur darauf, diese Frage berhaupt zu stellen." "Eindringlich meldet der Autor aus sehr gegenw„rtiger Verantwortung sein Interesse fr das Verh„ltnis von Literatur und Geschichtsbewuátsein an. Geschichtliche Vorg„nge werden individualisiert, durch die subjektive Authentizit„t des faktisch Erlebten, durch die Vergegenw„rtigung im Momentanen, Zuf„lligen, Privaten und Banalen. Er macht an seiner Ich-Figur deutlich, wie eine groáe Chance, nicht nur des Le_bens schlechthin, sondern der sozialistischen Gesellschaft im besonderen, verpaát wurde. Wie ist der einzelne imstande, den gesellschaftlichen Prozeá des Freisetzens von Macht ber die eigenen Existenzbedingungen als Gewinn an gesellschaftlicher und pers”nlicher Freiheit und Verantwortung zu nutzen? Jeder Mensch hat in das Stck Geschichte, das wir durchlebt haben, seine eigene, ganz individuelle Geschichte eingebracht. Dieses Stck mitgenommene Geschichte reicht fr die Ich-Figur nicht aus. Die einmal errungene Lebensm”glichkeit -- und hier fhrt der Autor den `Abbau' seiner Figur weiter, stellt er ihre l„dierte, reduzierte Menschlichkeit aus -- ist nicht ewig konservierbar, Leben erneut sich immer wieder, und der einzelne muá sich diese Erneuerung auch immer wieder stellen. Hein dramatisiert nicht, weder Abschreckung noch Mitleid ist von ihm beabsichtigt." "Der Autor greift nicht ein in seine Geschichte, die Blindheit seiner Ich-Figur wird nicht direkt demontiert, sie soll die Bewuátheit des Leser, die šberprfung seiner eigenen Lebenshaltung und sein Bedrfnis nach Ver„nderung herausfordern." "Heins Figuren sind alle `Ritter von der traurigen Gestalt',die durch ihren (Nicht-) Zussamenstoá mit der ver„nderten Wirklichkeit zu anachronistischen Figuren geworden sind." (Interesting return ot the old socialist realist argument about properly contemporary characters and forces vs. anachronistic ones.)