"Lorbeerwald und kartoffelacker: Vorlesung ber einen Satz Heinrich Heines." (In ™ffentlich arbeiten, Pp. 5-28.) Essay on the prediction by Heine that the success of communisim would be the end of art, and that nonetheless, communism should be embraced. Hein never does come out with an answer as to whether this situation is escapable or not; he merely identifies the GDR as the very embodiment of the communist society that Heine describes, and points out that the problem Heine poses is the GDR's own problem, a highly contemporary dilemma. (More recently, in the Schriftstellerverbandsrede, Hein sees a possible improvement of the situation in the establishment of a kind of patronage for the arts under socialism, a frame for creativity which is wholly unrelated to profitability.) 13. "Heiner Mller sprach davon, daá Kunst sich durch Neuheit legitimiere und anderenfalls, also wenn sie mit Kategorien gegenber Žsthetiken beschreibbar sei, parast„r ist. Dies ist eine beraus scharfe Definition von Kunst, ein Seziermesser, das die deutsche literatur, ja selbst die Weltliteratur zu einer bersichtlichen Handbibliothek verkrzt. Literaturgeschichte wird dann zu einer Geschichte permanenter Revolutionen der Formen, der Žsthetik, eine h”chst beunruhigende Folge von Widersprchen, Fantasie und Neuerungen." 17. [On the effort to turn the theater into a tool of education, quoting Goethe:] "`Sie behaupteten, das Theater k”nne lehren und bessern und also dem Staat und der Gesellschaft unmittelbar nutzen. Die Schriftsteller selbst, gute wackere M„nner aus dem brgerlichen Stande, lieáen sich's gefallen und arbeiteten mit deutscher Biederkeit und gradem Verstande auf diesen Zweck los, ohne zu bemerken, daá sie die Gottschedische Mittelm„áigkeit durchaus fortsetzten und sie, ohne es selbst zu wollen und zu wissen, perpetuieren. . .'" [Ellipsis in original.] 17-18. [Defending the foregoing against the expected response from the audience of Literaurwissenschaftler:] "Der dialektisch geschulte Denker wird hier sofort sein Sowohl-als-auch einwerfen, eines bedinge das an-[18]dere, jenes sei Voraussetzung von diesem. H”herentwicklung, Negation der Negation, Hegelsche Aufhebung, Entwicklung als best„ndige Progression zur idealen Gesellschaftsform, Reich der Freiheit ber dem Reich der Notwendigkeit, und so fort bis zum Elysium. Dies alles im Ohr und Hinterkopf, wagen wir einen Blick auf der Realit„t, einen philosophisch gewappneten Blick." [So much for "philosophy"!] 18. [On the self-disclosure inherent in criticism:] "Alle Kritik, sagten wir, ist, wenn sie nur eingerm„áen fundiert und durchdacht ist, Selbstkritik. Alles andere ist Phrase, Pharis„ertum, Oberfl„che. Der anklagende Zeigefinger richtet sich immer auf die eigene Person, wenn wir nur den Mut aufbringen und den klaren Blick, uns selbst in dem Angeklagten zu erkennen." 20. [Hein in a Kantian moment:] "Die Erfindung selbst hat sich von allem berkommenden Handwerk [i.e., everything other than truly original, creative art] frei gemacht, sie ist etwas Unvergleichliches. Das ist keine emphatische Wertung, denn sie ist unvergleichbar, weil sie auáerhalb aller Kriterien und Wertmaást„be ist, weil wir uns, um sie zu beurteilen, nicht auf mhselig erworbene Kenntnisse sttzen k”nnen. Es gibt kein anderes Kunstwerk, das wir vergleichend heranziehen k”nnen, um das neu entstandene zu erfassen und es m”glicherweise gleichefalls als Kunst zu kennzeichnen." 25. [Re: use of the Erbe, via the legal metaphor of required improvements on privately-owned land:] "Nichts anders verh„lt es sich mit dem Erbe. Wir werden es nur besitzen, wenn wir es entsprechend dieser Pflicht nutzen, also weder brachliegen lassen noch zu anderen Zwecken miábrauchen. Anderenfalls, wenn wir dieses Erbe nur bestaunen, feiern, einschreinen, vermarkten, werden wir vielleicht den juristischenTitel haben aber nie die Sache selbst." 27. "Und nun haben wir eine Gesellschaft mit sozialer Gleichheit, jedenfalls mit einer sozialen Gleichheit, die die Geschichte -- soweit sie sich nicht in grauer Vorzeit verliert -- nicht kennt. Wir haben Knstler, die -- wie in frheren Zeit -- durch die Arbeit anderer das Priveleg erhalten, sich ausschlieálich mit ihrer Kunst zu befassen. Es ist ein Priveleg, denn jeder Mensch ist bef„higt, sich knstlerisch zu „uáern, aber die arbeitsteilige Gesellschaft gestattet nicht, daá jeder Mensch dazu berechtigt ist, und l„át diese F„higkeit zugunsten brauchbarerer, verwertbarerer F„higkeiten und zugunsten anderer Individuen (der Knstler als Spezialist) verkmmern." [Not clear how close Hein is to Mller's pronouncements on the coming abolition of the artist under Marxism; I'm pretty sure, though, that Hein would think that this sort of extreme, utopian picture of the future is of little use to the present (and never will be). All societies contains problems and inequalities.] 28. [The final non-answer:] "Haben wir eine gerechtere Gesellschaft auf dem Grabe der Kunst errichtet? Ist Gerechtigkeit nur zu diesem Preis zu haben? . . . . Eine fatale Frage Heines. Wir werden sie vertanden haben, wenn wir begreifen, daá sie nicht beantwortbar ist, sondern als bedr„ngende Warnung anzunehmen. Wir haben uns mit ihr auseinanderzusetzen, gnstigstenfalls unser Leben lang. Denn nur unser Leben und unsere Arbeit werden die Antwort sein."