"Der Fremde Freund von Christoph Hein: Fr und Wider." WB 29(1983)9, pp. 1635-1655. (Short essays by several critics.) URSULA WILKE (1652-55) A comparison here, as briefly in the last critic's piece, to Camus' book The Stranger, which in German is "Der Fremd."(!) Negative review (as it began so it ends). What is most notable about the book, most "philosophically" interesting, is the course of Claudia's life. "Folgerichtig ist dieser Lebensweg gestaltet, ehern. Die gew„hlten Details sind zutreffend, die Komposition ist vortrefflich, die Biographie treffend. Aber: Das Ganze stimmt nicht. Die Novelle ist unwahr." (1653) It is untrue not in the sense that people like Claudia do not exist in large numbers, but instead that in the depiction, with all its fatalism, absolutely nothing occurs that doesn't suit the grimm tone. The book is bleak to the point of unreality. Social reality is shortchanged: "Wir erleben nun die Heldin in einer Flle von -- lauen -- Handlungen. Sie arbeitet mehr oder minder ausgiebig mit ihren Patienten. Sie ist mehr oder minder hilfsbereit gegenber Kollegen, mehr oder minder tchtig im Dienst, beschr„nkt ihr Arztsein auf das Verordnen von Medikamenten und das Verabreichen von intraven”sen Spritzen, liest kein Fachliteratur. Aber, seltsam: mehr verlangt auch niemand von ihr." (1653). "Nirgends und niemals ger„t die Žrztin in Situationen, wo sie am reiferen Gedanken, gtigeren Wesen, besseren Handeln sich h„tte reiben, sich h„tte in Frage stellen mssen; die sch”ne Hella mit dem hellgrnen Klarapfel ist ja mehr sagenhafte Pose. Diese Identit„t von Pers”nlichleit und Gesellschaft ist aber das Unstimmige, Unwahre. Die Gesellschaft in ihrer Mannigfaltigkeit [1654] ist mehr als die Pers”nlichkeit, daher doch auch die enorme Entwicklungsm”glichkeit der Menschenindividuen gerade hier und heute. Davon h„tte die Novelle mitteilen mssen." (1653-54). (A nice piece of Parteilichkeit. There seems, however, to be a contradiction between this statement and any admission, as made on p. 1653, that Claudias really do exist. How could they exist, as Claudias, if society had the efficacy claimed here?) Point of view and location of authority also called into question. "Gewiá, die Novelle kann nur einen Wirklichkeitsausschnitt fassen, und ein solcher Ausschnitt ist hier gefaát. Wie aber, mit wessen Augen, von welcher Position aus? Das ist die Frage. "[1655] Ich meine, Christoph Hein hat sich letztlich die Sicht des besorgten Camus zu eigen gemacht. Gengt diese, um unsere Wirklichkeit in ihrer Flle, mit ihren Konflikten, in ihrer Position zu dem weltweiten Antagonismus zwischen der Menschheit und der organisierten Unmenschlichkeit auch nur im Ausschnitt stimmig zu fassen? Die Antwort lautet eindeutig: Nein. "Weiser denkend, tiefer blickend, feiner fhlend herangegangen -- da tut sich auch und gerade im dynamischen Ausschnitt der Novelle unsere Welt auf, wie sie ist und wie sie wird. Aber dazu bedarf es -- eben -- einer reifere Weltanschauung." (1654- 55). What an idiot. She misreads the novel and then goes into a millennarian sermon on world history. This cloaking of incompetent reading (and feeling, since she drags that in too) with political orthodoxy is loathsome.