Hans-Georg Werner. "Selbstoffenbarung und Selbstwiderlegung." Der GinkgoBaum. 5. Folge, 1986. Pp. 34-36. 34-35. Claudia's attractiveness: "Die durch den Text disponierte Einstellung des Lesers ist aber nicht ohne dessen geistige Anstrengungen zu erreichen. Die Selbstdarstellung der Erz„hlfigur hat Faszinationskraft. Vor allem zeichnet sie sich durch eine bestechende Intellektualit„t aus, die im t„glichen Einerlei Abgrndiges zu entdecken und die Abgrnde auch auszuleuchten vermag. Die Erz„hlfigur vergegenw„rtigt bedrckende soziale Erfahrungen mit oft berraschender Hellsichtigkeit, die Lasten einer nationa[35]len Vergangenheit, in der sich keine Kontinuit„t eines demokratischen ”ffentlichen Lebens herausbilden konnte; die b”sartigen Wucherungen von kleinlichem Egoismus in einer auf Realisierung von Allgemeininteressen angelgten Gesellschaft; die Schwierigkeiten einer Pers”nlichkeitsentwicklung, die ”ffentliche Produktivit„t und privates Glck gleichermaáen in sich fassen soll. Die Sensibilit„t und Illusionslosigkeit der Erz„hlfigur, nicht zuletzt ihr sich zwar nur indirekt, aber doch stark Bedrfnis nach humaner Lebenserfllung, bringen sie dem Leser nahe. Hinzu kommt, daá die Figur an verbreitete Interessen appelliert: an die Erfahrung, daá menschliche Bindungen zu Fesseln werden k”nnen; an den Widerwillen gegen die Sch„bigkeiten des Alltags; an die Verbitterung darber, daá sich Selbstinteresse nur allzuschnell zu Egoismus verh„rten kann, und die leidvolle Entt„uschung, daá man anderen nicht so nahe gekommen ist, um ihnen wirklich helfen zu k”nnen." The structure of the narration -- with contradictions throughgout -- is the product of Claudia's repressions. 36. [DFF as the perfect socialist novel??] "Heins Fremder  Freund erweist sich nach Absicht des Autors und Anlage des Textes als ein Stck eingreifender sozialistischer Literatur: Der Leser wird zum Widerstand gegen eine verderbliche, aber auch verfhrerische Lebenspraxis, die den emanzipatorischen Anspruch der sozialisitischen Gesellschaft preisgegeben hat, angestachelt. . . .[Die Novelle] lenkt das Denken auf die Frage, was es denn heiáe, richtig und in šbereinstimmung mit dem Interesse der sozialistischen Gesellschaft zu leben."