Rudolph Mnz. "Nachwort." In Cromwell und andere Stcke. By Christoph Hein. Berlin: Aufbau, 1981. Pp. 299-320. 300. "Zum Verst„ndnis der Stcke Christoph Heins kann kann es ntzlich sein, wenn man sie im Zusammenhang mit denjenigen unserer Dramatiker sieht, denen es in der Kunst um den `langen Vorgriff' geht. Sein dramatisches Schaffen, erste tastende Versuche, setzt ein zu der Zeit, da diese Problematik bei uns eine groáe Rolle speilte, und noch Schl”tel erweist eindeutig die Herkunft aus diesem Umfeld der `anarchischen Selbtshelfer und geh”rt zu jenen Figuren, die' -- wie Volker Brauns Paul Bauch -- `das anarchrische wie das hochfahrende Benehmen noch nicht verlernt haben'. Wie Brauns Kipper und Mllers Bau keine Industriestcke, Hacks Tassow kein Agradrama sind, ist Heins Schl”tel kein Produktionstck. . . ." (Highhanded, arrogant "anarchists" the subject of Hein's early work -- and later? You see the same sort of arrogance in Horn. But by this tim, it is conditioned with a kind of virtue, a kind of admiration from Hein as an author. Or was this always there, too? After all, Schl”tel is right in a way, and not as absurd as the similar figure in the short story "Die neuere (glcklichere) Kolhaas.") 301. Also re: Schl”tel, in which Schl”tel is compared (in his idealism, or whatever it is) to a man who believed he could walk on water by ceasing to believe in gravity. "Eine Kom”die, Kunst. Im poetisch gestalteten Aufgreifen der Frage, ob die Schwerkraft nur eine Idee sei, die, aufgegeben, einen ohne Schwimmen ber Wasser h„lt, vor Jahren bei uns in der Form diskutiert, ob der Mensch (der sozialistischen Gesellschaft) aus dem gesellschaftlichen Kausalnexus entlassen werden k”nne, reagiert Hein in sehr bezeichnender Weise auf die Thematik des `langen Vorgriffs', kritisiert er das Ideal als verfrht, ohne es in Frage zu stellen oder aufzugeben." (Well, that's an interpretation.) 303. Zweifellos erweist sich das Verh„ltnis von Individuum und Gesellschaft unter dem besonderen Blickwinkel des Privaten und des ™ffentlichen als ein zentrales Thema Heinscher Dramatik: Im Verlaufe seines bisherigen Schaffens nimmt es an `Gr”sse' zu. Daá Christoph Hein grunds„tzlich von Positionen einer `von entfremdender und verkrppelnder Arbeit befreiten Gesellschaft' ausgeht, zeigt auch sein Schauspiel Cromwell." 306. (Co-production, here and elsewhere.) 307. (In discussion of Cromwell.) "Hein bezieht sich damit in gewisser Weise auf ein maágeblich von Heiner Mller entwickeltes, bereits wiederholt beschriebenes Verfahren, n„mlich das der `Fragmentasierung eines Vorgangs', das dessen Prozeácharakter betont. Es soll `das Verschwinden der Produktion im Produkt' verhindern und das `Abbild zum Versuchsfeld, auf dem Publikum koproduzieren kann' machen. Beabsichtigt ist dabei nicht, `daá, was fr Brecht noch ein Gesetz war, eins nach dem anderen gebracht wird. Man muá jetzt m”glichst viele Punkte gleichzeitig bringen, so daá die Leute in Wahlzwang kommen.' (Who the hell is saying all this stuff in the quotes? Infuriating without references.) (continuing:) "Glaubte Mller aber, daá dies `nur noch mit šberschwemmungen' von Vorstellungen, Visionen, Bildern in Collage- und Montagetechnik geht, die seine letzen Stcke oft schwer verst„ndlich machen, so h„lt sich Hein hierbei weit mehr zurck, wird dadurch genauer, kann seine thematischen Interessen pr„ziser ausdrcken und braucht vor allem, und dies ist vielleicht das Bedeutsamste und zugleich Neue, das er einbringt, das formal Ganze nicht zu sprengen. Seine offenkundig vergleichsweise viel glattere und konventionellere Form- Konstruktion, mit der er allerdings auch bewuát `spielt', ist seinem Anliegen ad„quat. Formal interessiert es ihn, `mit tradierted Mitteln zu arbeiten, zu beginnen, um sie dann aufzul”sen, den šbergang auch in die Form zu setzen.'" (This last was Hein -- is it all Hein?) 308. "Er kehrt aber eben auch wieder zur `geschlossenen' Form zurck -- die Verwendung der traditionellen Genrebezeichnung `Schauspeile' macht das deutlich -- und die Wahrung der `geschlossenen' Form bleibt bei aller Brechung und Aufsplitterung konsequent. Insofern bezieht sich Hein einerseits auf eine anders struktierte Wirklichkeit, als es die war, aufdie jene bedeutenden realistischen revoltion„ren Knstler reagierten, in deren Tradition letztlich noch Heiner Mller steht, stimmt aber andererseits wiederum mit ihnen darin berein, daá die `Gesetze der Bewegung der Wirklichkeit Gesetze des strukturellen Aufbaus des Gedichts' sein mssen (Volker Braun)." 311. (re: Lassalle:) "Was in Cromwell ein zwar schon sehr wichtiges, dennoch nur ein Thema neben anderen war, ist hier zum Hauptthema geworden: das Verh„ltnis von Privatem und ™ffentlichem, in ein 'Bildgesetzt', das keinen `Salon' meint, sondern die `Welt'. In dieser Hinsicht stellt das Schau-`Spiel' erhebliche Anforderungen an das imaginative Verm”gen des Koproduzenten, und zwar sowohl des auf der Bhne, als auch des davor; er muá Kenntnisse und Phantasie aufbringen, er braucht wache Sinne, Lust am Mit-Denken und am Mit-Spielen." 313-314. Hein an example of his generation's experience. Achievement of socialism had marked effects only on the second generation; much of Hein's work is interested in showing the gap between theory and practice in real existierende Sozialismus. 316. "Das Verh„ltnis von Lenz zu Goethe [in dem Lenz-Essai] beschreibend, kennzeichnet Hein eine `poetische Konzeption', die seine eigene sein k”nnte: Kein Allerweltskonzept, mhsam und widersprchlich erarbeitet, fortw„hrend und Gegens„tze nicht umgehend ver„ndert, im Widerspruch zu einem nachhinkenden Bewuátsein der Gesellschaft und auf dessen Zuspruch vergeblich hoffend, bemht, eine Welt poetisch zu fassen, die nicht nach einem Zu-sich-Finden verlangt, vielmehr nach einem Mit-sich- Zurechtkommen, in `Ambivalenz befindlich' -- Extreme und Zuspitzungen, Einseitigkeiten, die eben fr die `zweite Generation' charakteristisch siund, nicht scheuend, k”nnte man dem noch hinzufgen." Genre-wise, Hein doesn't fit anywhere. He writes plays with dead people at the ends, yet the plays are really better explained under the aesthetic priciples of comedy. 317. The arrival of socialism necessitates new genres, etc., as analogies to new social forms. 318-319. "Auch ihn [Hein] geht es darum, einen knstlerischen Beitrag zur Erhellung des Kulturprozesses zu leisten, der `in seinem Kern historische Dialektik von Individuum und Gesellschaft als die st„ndige Produktion jener spezifisch menschlichen T„tigkeiten [319] (ist), die gesellschaftliches Dasein erm”glichen'. Der Mensch ist Hein als politisches und historisches Gemeinwesen von Interesse, insbesondere der Mensch, der die entscheidende subjektive Produktionskraft ist, dessen Kultur nicht auáerhalb der Produktion liegt und dessen Lebensweise die Arbeit einschlieát, die `objektiv zur Universalit„t tendiert': der Proletarier." 319. "Dabei begreift Hein auch die Kunst als in den Prozeá der Produktion und Reproduktion des gesellschaftlichen Lebens einer bestimmten historischen Stufe integriert und weiá, daá auch die knstlerische T„tigkeit dem allgemeinen Gesetz der Klassengesellschaft verfiel."