Marianne Krumrey. "Gegenwart im Speigel der Geschichte." Temperamente 4/1981, 143-147. [On EZLB.] 143. Racine's physical symptoms are rooted in his prudent editing and repression of reality (cf. Dr. Frankfurther in Passage!). "Racine wird als Typ des angepaáten Staatsbrgers geschildert, der kramphaft die Augen vor der Wahrheit, der Grausamkeit und Morbidit„t des absolutischen Sonnenstaates verschlieát. Doch das verdr„ngte Wissen um die wirklichen Zust„nde bricht sich in furchtbaren physischen Qualen Bahn. Krankheir als Synonym fr die Vergewaltigung des eigenen Geistes. Kompromiálose Anpassung des Intellektuellen an die herrschende Macht, will Hein sagen, heiát absolute Zerst”rung der pers”nlichkeit." [This certainly is relevant to the problems raised in Passage, where the question is also whether or not to sit passively by as the power of a government commits atrocities.] 144. "Doch derartige šberlegungen [i.e., whether Racine could have behaved differently without incurring a senseless suicidal death] spielen im Text keine Rolle. Die Struktur dieser Prosaskizze -- die individuelle Situation Racines als einzige Handlungsebene -- ist „sthetischer Ausdruck dafr, daá es hier nicht darum geht, den objektiv vorhandenen gesellschaftlichen Spielraum Racines detaillert auszumessen und von daher sein Verhalten historisch gerecht zu bewerten. Um Miáverst„ndnissen vorzubeugen: ich meine nicht, daá etwa die zeitlichen Fakten ungengend einbezogen werden. Ungengend ist fr mich vielmehr die Verdeutlichung des Zusammenhangs von „uáeren Bedingungen und Verhaltensreaktionen Racines. Diese genaue Einbettung eines zeitlich zurckliegenden Verhaltensmodells in seine historisch konkreten Determination ist aber meines Erachtens die Voraussetzung dafr, daá ein derartiges Gleichnis berzeugend funktioniert." [The cause and effect relations between Racine and his society are not clearly enough delineated?] [meanwhile a long lecture on Marxist economics] 145. [Re: the Seifert story.] [Hein is accused of failing to reflect reality fully, and of relying to much on ironic means of storytelling. He is behind the political times in doing this.] "Hein macht unter dem Deckmantel der Geschichte Widersprche ”ffentlich, die er sich offenbar auf andere Weise nicht auszusprechen imstande fhlt. Gewiá ist manch sch”nf„rberische und unkritische Darstellung unserer Gesellschaft eine Ursache dafr, daá Literatur auf diese methode verf„llt -- worin Hein keine Ausnahme ist. Und gewiá ist auch die lange wirksam gewesene Theorie der Widerspruchslosigkeit unserer Gesellschaft Ursache fr eine Haltung, diemeint, Konflikte nur versteckt zeigen zu k”nnen. Inzwischen, besonders in den 70er Jahren, hat sich aber einiges ver„ndert, denkt man nur an die theoretische Vertiefung unserer Auffassung von der sozialistischen Gesellschaftsformation. [!!] Keine dieser Ursachen allerdings entbindet einen Schriftsteller von der Pflicht, sich auf den aktuellen Stand gesellschaftsanalytischen Denkens zu bringen. Und keine dieser Ursachen verdeckt letztendlinch auch die Tatsache, daá diese Methode beim Rezipienten h”chstens `eine Andeutung, eine ironische Bemerkung, ein verzweifeltes Lachen') erzielt, was leider eine verbreitet, aber nichts desto trotz „uáerst verkrppelte Form der Kommunikation ist. Die groáe Chance der Literatur, echte Verst„ndigung zu stiften, ein besseres Zurechtfinden im Leben, ein tieferes Verst„ndnis der Zeit zu erreichen -- was Hein ja wohl auch auf dem Theater will -- wird damit verschenkt." [A huge pile of crap. Irony is dangerous or useless, one, because it passes up the potential for communicating "clearly" - - what an idiot. Also an apparatchik -- this whole little lecture is pure socialist realism in content. Literature has the possibility of doing this, that and the other to improve on life, not just reflect it. This even seems inconsistent with the charge previously that Hein isn't reflecting reality fully, either.] 145-146. "Und so haben wir es heir mit dem merkwrdigen Ph„nomen zu tun, daá es zwar um Geschichte geht, doch das geschichtliche Material wird ahistorisch verwendet. Das Gleichnis funktioniert nur auf der Ebene der Oberfl„che. Die Erscheinungen werden schematisch bertragen, ohne die Spezifik des verschiedenartigen histo-[146]rischen Wesens zu beachten. Geschichte wird hier nicht als gesetzm„áiger Entwicklungsprozeá von niederen zu h”heren Produktionsstufen und den K„mpfern der dabei hervorbrachten Kalssen aufgefaát, sondern als eine statische, zeitlos ewige Wiederholung gleicher Grundkonstellationen, wie z.B. die zwischen Geist und Macht." [Regardless of whether this is correct or not, the last part certainly seems to adress Passage. What is annoying is the assumption that the business of art is to rise above particularity and attempt to treat ideas substitutively; it always does so at a very high price.] 146. [Hein is accused of being an essentialist theorist of man; he is an idealist not a historicist.] "Versucht Hein an bestimmten Stellen tiefer auf historische Erscheinungen einzugehen, wie z.B. `die F„higkeit der menschlichen Rasse, Vernrechen verschweigen zu k”nnen', den Rassismus oder das Verh„ltnis zwischen Individuum und Staat, so fhrt er vor allem wichtige, aus der Psychologie der Menschen herrhrende Ursachen an. Aber nicht immer gelingt es ihm, solche Beweggrnde menschlichen Handelns auf ihre letzte Ursache , den materiellen Lebensprozeá, zurckzufhren. Eher ist er geneigt, sie in gattungsspezifischen, anthropologischen, den Menschen `ewig' innewohnenden Eigenschaft zu suchen." [This compartmentalization is not a particularly dialectical reading of Hein, and it according does him a disservice.] "Sicher hat es in unserer Literatur bisher haupts„chlich Helden gegeben, die als Subjekte der Geschichte auftraten, aber auch die sich blind in der Geschichte bewegenden Menschen sind literaturwrdig. Allerdings geschieht das hier unkommentiert, und im Zusammenhand mit den beiden Rahmengeschichten muá man den Eindruck gewinnen, Geschichte sei nur Produkt der ber dem Volk stehenden Herrscher und nicht ein Prozess, `in dem jeder seine eigenen, bewuát gewollten Zwecke verfolgt, und' -- wie Marx sagt -- `die Resultate dieser in verschiedene Richtungen agierenden Willen und ihrer minnigfachen Einwirkung auf die Auáenwelt ist eben die Geschichte'." [Wrong, wrong, wrong. And regardless of what Marx says (oh let us bow down, by the way -- the quote is most offensively deployed here) these individuals lack in varying degrees any clear goal, and as for the critic, it is just stupid to say that some sorts of individuals don't qualify -- don't exist? -- because they don't fit the theory. This is really obnoxious crap. I can hardly believe that Hein is being criticized for showing that people are indeed pawns in history -- only someone drunk on revolutionary rhetoric could object to that observation. I suppose the black South Africans are pursuing their goals now and are more than pawns in a power arrangement leaving them totally vulnerable.] ] ,