Klaus Hammer, "Christoph Hein: Horns Ende, WB 33(1987): 1359- 69. Re: Claudia -- "So lebt sie dahin, ohne Erwartung, ohne Glcksanspruch, voll scheinbarer Zufriedenheit; es bleibt die t”dliche Wiederkehr des Gleichen." (1358). "So erh„lt Heins Prosa eine eigenst„ndige Mitstreitrolle im Ensemble sozialistischer Literatur, im produktiven Miteinander unterschiedlicher Konzepte, Methoden und Instrumentarien, als konstruktiver Beitrag, Widersprche nicht zu destruierenden Gegens„tzen zu erh„rten, sondern vielmehr in ihrer Triebkraftfunktion als ein `energisches, zu einer Aufl”sung treibendes Verh„ltnis' (Marx) zu handhaben." (1359). What does "Transnarrativ" mean? It is opposed to "Narrativ." On the question of the "everyday" as the proper locus of socialist art: "Niemand aber kann sein Leben nur aus der Sicht eingeschr„nkter Alltagswelten bew„ltigen. Er braucht eine `Auáenperspektive', die alltagsweltliche Erfahrungen in lebenszeitliche beziehungsweise zeitgeschichtliche Prozesse bersetzt. Die Figuren mssen letztlich die allt„gliche Realit„t als sch”pferische Individuen bestehen, sie mssen um eine pers”nliche Identit„t und Integrit„t ringen und nicht sofort -- ausgel”st durch die Konflikte [1360] der Wirklichkeit -- in die Rolle der Fremdheit und Distanz schlpfen." (1359- 60). "So tr„gt die Story ihren Anlaá in sich selbst, und sie geschieht auch aus sich selbst heraus. Sie bleibt der Zwischenfall in der Kleinstadtgesellschaft, der `Fall ohne Folgen'. Unbeeindruckt geht das Leben so wie bisher. Diese totale Festschreibung der Welt und Verinselung des Katastrophalen ist ein methodisches Konzept Heins." (1361). "Der Leser wird mit einem mechanisch ablaufenden Uhrwerk von Niedertr„chtigkeiten und Sch„bigkeiten konfrontiert; die Figuren sind Werkzeug eines unaufhaltsam abrollenden Geschehens, das nur durch wenige Lichtpunkte von Menschlichkeit durchbrochen wird." (1362). (This is a situation framed by Frau Fischlinger, who is the only character in the novel to make a positive avowal of the will to live. and the Gypsies, who disrupt the insularity of the small town by introducing racial difference and history, which amount to the same thing in post-war Germany. The townspeople want to be out of time, or history, or life, but there are occasional gaps through which these things enter.) "Die authentische, `wahrheitsgem„áe' Bescreibung, die sich scheinbar jeder Manipulation und T„uschung versagt, stellt sich gerade als eine Methode des Verhllens und Verschweigens dar." (1363). This style negates the possibility of certain abstractions or generalizations the reader might be inclined to make about the story. Reader is challenged, etc. 1363-64 -- The various viewpoints do not constitue aa continuity, rather a series of static point, frozen in time and space. "Nicht Handlung, sondern Zust„nde, nicht nicht Entwicklung, sondern Festschreibungen, nicht gesellschaftliche Dimensionalit„t, sondern Spiegelung der Bewuátseinswelt als subjektive Realit„t sind das Erz„hlsthema. (1364) "Hein hatte den Fremden Freund als Novelle in klassischen Sinne bezeichnet: `Es kann kein unerh”rteres Ereignis geben als diese Mitteilung ber ein Leben, das gar kein Leben mehr ist.'" (1364). Does this refer to an essentially subjective orientation in the Novelle? And did Hein choose this form to make the required identificaation the more horrid? "Es w„re aber falsch, den vorliegenden Text als pure, unverstellte Wirklichkeit zu verstehen [so who was going to do this?] oder gar als Abbild eines `allgemeinen Zustandes', er muá paradigmatisch gelesen werden. Von der ver„nderten Vorstellung vom `Ich' strebt Hein eine besondere Figurengestaltung an: die montierte -- und zugleich demonstrierte -- Figur, den Aufbau beziehungsweise Abbau, die Montage beziehungsweise Demontage vom Gestus her. Der Heinsche Antiheld als gestisch montierte, von gestischen Reihen, vom antinomischen Gestus her aufgebaute und gesprengte Figur wird als statische Mitte der traditionellen Wirklichkeitskoh„renz entthront. Ihre Aufl”sung h„ngt so urs„chlich mit der modernen Wirk-[1365]lichkeitsaufl”sung zusammen. Obwohl die Zeitzeugen scheinbar in der gleichen Sprache ber die gleiche Sache reden, verm”gen sie unter dem einen signifikanten Tatbestand doch nicht das gleiche Signfikat zu verstehen, da es weder die Einheit der Dinge noch die personale Einheit des Ich mehr gibt." (1364-5). "Damit erweist suich Heins Text als Modell einer verfremdeten Wirklichkeit, die dem Ich prinzipiell unerschlieábar, ja unver„nderbar geworden ist und die daher letztlich nur noch parodisch -- als Donquichotterie -- gezeigt werden kann." (1365). I.e., the various characters try to understand their situations but fail to do so; try to construct coherent selves but fail there too. Primarily, they fail to make since of history, which is the more ironic since so many of the are either amateur or professional historians. The conceptions of history that are arrived at are monstrous, like Kruschkatz's notion of the payment in blood that history demands -- from innocents. "Ein derartig verfemdeterText zwingt uns, nicht mehr nach Sinnbildern zu fragen, sondern nach Zeichenprozessen. . . ." (1365). Correlations among text, situation, teller, and listener, collapse in Hein's book. The method of narration forces the reader to find an alternative to the behavior of the characters. "Der irritierte Leser wird provoziert, aus der Rolle der Figuren herauszutreten und zum exemplarischen Handeln berzugehen. In der Lektre der Stagnation, T„uschung und des Verscheigens, wie sie sich im Rollenspiel der Figuren niederschl„gt, soll der Leser die eigene Mobilit„t erproben." (1366). 1367 -- The quixotic attempts of the characters to escape their situations are r5eally quixotic in thatr they aren't really trying to escape; they fail to respond to the disturbing events that happen in the town (Gudrun Gohl, Horn). They play the roll of quixotic characters more or less consciously; hence their tragedy is also a kind of tragicomedy. "Die Figuren erlegen sich die illusionistisch verkennende Rolle der Donquichotterie wie in einem absurden Speil auf und liefern sich dem Selbstopfer aus. Sie sind alle in „hnlicher Weise Selbstopfer wie Horn selbst." (1367) 1368 -- As H”rnigk was saying, the technique Hein adopts does not offer answers, it merely poses provocative questions for the reader. "Kann dieser detaillerten Darstellung einer durchgehend unm”glichen Identit„t der Personen und ihres `intellektuellen Versagens' eine sozialanalystische Einsicht zukommen? Diese Frage wird letztendlich der Leser fr sich und damit ganz unterschiedlich beantworten." (1368). Reader is in a dialectical, dialogical relation to the text. Citations from the following useful sources: Die Intelligenz hat angefangen zu verwalten und aufgeh”rt zu arbeiten. Mit Christoph Hein sprachen Hans Brender und Agnes  Hfner, in Deutscher Volkszeitung/die tat, Nr. 10, 9. M„rz 1984. Ca. S. 9. "Sozialismus als Alltag, als das Bleibende, Gewohnte, stets Wiederkehrende, aber auch immer wieder zu Bew„ltigende: In diesen V”rgangen vollziehen sich millionfach Identifikationsprozesse" (Helmut Hanke/Thomas Koch: Zum Problem  der kulterellen Identit„t, in: Weimarer Beitr„ge, 8/1985, ca. 1243. Hans Kaufmann, Christoph Hein in der Debatte," in: DDR-Literatur '83 im Gespr„ch, Berlin und Weimar 1984, ca. S. 47.  Christoph Hein, Zu einem Satz von Anna Seghers, in Dsseldorfer  Debatte, 1/1986, ca. S. 47.