Cristoph Funke. "Speil mit Geschichte." Neue deutsche  Literatur, 29, 10 (Oct. 1981): 149-152. [On Einladung zum  Lever Bourgeois and Cromwell und andere Stcke.] 149. "In seiner Prosa ist der Autor auf das Vergangene als einen gesellschaftlichen und menschlichen Entwicklungsstand aus, der neues Leben erh„lt durch die Betrachtung aus dem Gegenw„rtigen. Solche dichterische Arbeit begegnet gar nicht selten dem Vorwurf, daá im Geschichtlichen ganz direkt das Gegenw„rtige gemeint sei, Alltag mit Vergangenheit verhllt, gerade dadurch aber bloágestellt werde. Christoph Hein aber ist wirklich ernst um die Geschichte -- allerdings weicht er auch der Aufregung nicht aus, die assoziatives Denken ausl”sen kann." [On Hein's demands on the reader as co-worker.] "Meiner Meinung nach will sich der Autor nicht aus der Verantwortung herausmogeln, aber auch das šberreden und Dozieren liegt ihm nicht, die einfache Nutzanwendung umgeht er mit virtuosem Geschick und einem sprbar ironischen Spott. Die tausend Beziehungen des Geschehenen zum Heute stellt er bewuát her, um Staunen und Widerspruch zu erreichen, um seinen Leser zum Vergngen des Denkens geradezu zu zwingen." 150. [Explaining the documentary, flat tone of the pieces such as the Berliner notebook entries.] "Die Schmucklosigkeit wird dabei zum Kunstmittel -- Christoh Hein benutzt sprachliches Material, das zum sachlichen Erz„hlen zwingt und den Leser auffordert, die Umrisse knapper Geschichten fr sich selbst auszufllen." "`Einladung zum Lever Bourgeois' [the story, not the book here] l„át Heins poetisches Anliegen einsehbar werden, aus der Geschichte Kenntnisse zu gewinnen, die es erm”glichen, `Welt' dialektisch, in ihrer widersprchlichen Entwicklung zu betrachten, ihr ehrlich zu begegnen -- und sie zum Spielmaterial zu machen fr einen souver„nen Umgang mit Gegenw„rtigem." 151. [On Schl”tel.] "Der junge Wissenschaftler Schl”tel (`Schl”tel oder Was solls') macht Ernst mit der geschichtsbildenden Rolle der Arbeit (Herder); mit der Entwicklung der Arbeit zur `freien T„tigkeit' nach der Erkenntnis von Karl Marx, daá in dieser freien T„tigkeit die „uáeren Zwecke den Schein bloá „uáerer Naturnotwendigkeiten abstreifen `und als Zwecke, die das Individuum selbst erst setzt, gesetzt werden'. Das Stck nimmt Marx beim Wort und f”rdert eine Flle komischer Konflikte zutage, die auf dem Miáverh„ltnis zwischen schon Vorauszusetzendem und dem noch an Vergangenen orientierten Gewollten und Vollbrachten beruhen." "In `Cromwell' wird der Spielgedanke zur Rechtfertigung dramatischen Produzieren berhaupt -- der Titelbild tritt dem Zuschauer weniger als fixierte historische Figur denn als geistiges Zentrum freier Assoziationen zum Vorgang Revolution berhaupt gegenber." "Lasalle" rejected on ideological grounds -- it merely makes fun of this important figure, etc. 152. [On `Lasalle.'] "Ob man nun Personen und historische Bezge zusammen-, auseinander- oder weiterdenkt, das Mitgeteilte selbst, als Ausgangspunkt spielerischer M”glichkeiten, bleibt an der Grenze des Banalen, Beil„ufigen, beh„lt den Geschmack des Indiskreten, stellt sich als ichbezogene Knstlerbeichte dar, die sich in Kostm und verfremdende Vergangenheit flchtet. Was in Seiferts russischen Briefen doppelb”dig, tiefgrndig, aufregend ist, erscheint hier oberfl„chlich, gewollt literarisiert, nach Interessantheit haschend."